Knieschmerzen

Knieschmerzen

Knieschmerzen sind sehr vielfältig und schränken die Lebensqualität oft sehr schnell erheblich ein. Es ist deshalb wichtig, auch bei akuten Ereignissen schnell zu handeln, um einen chronischen Verlauf zu verhindern.

Krankheitsbilder bei Knieschmerzen

Kniearthrose

Unter Kniearthrose versteht man die vorzeitige Abnutzung des Kniegelenks. Sie ist zweithäufigste Form der Arthrose bei Menschen. Es kommt zu Schwellungen, Ergüssen und Entzündungszeichen. Wenn das Kniegelenk permanent unter Spannung ist, sind die Gelenkflächen erheblich unter Druck und begünstigen die Entstehung von Arthrose.

Meniskusriss

Jedes Knie hat einen Innen- und einen Außenmeniskus, diese haben Pufferfunktion. Die Menisken werden durch das Prinzip von Druck und Entlastung ernährt. Bei permanentem Druck ohne adäquate Druckentlastung kann das knorpelartige Gewebe nicht adäquat ernährt werden. Es trocknet aus und reißt schneller ein. 

Meniskusrisse können akut aufgrund von Überlastung auftreten oder in späteren Jahren auch degenerativ – durch Verschleiß – entstehen. Eine Verdrehung im Kniegelenk begünstigt das Auftreten von Meniskusrissen.

Bänderrisse (Kreuzband, Außen-/Innenband) und Zerrungen

Kreuzbandrisse entstehen häufig nach einer extremen Verdrehung des Knies z.B. beim Skilaufen oder beim Zusammenprall bei Ballsportarten.

Die Kreuzbänder stabilisieren das Kniegelenk. Eine Ruptur dieser Bänder verursacht eine Instabilität im Kniegelenk, die eine Überbeweglichkeit des Gelenks zur Folge hat. Diese führt auf die Dauer zu einer Fehlbelastung des Kniegelenks und zu vorzeitiger Arthrose.

Patella-Luxation

Hierbei springt die Patella aus ihrem Gleitlager zwischen Ober- und Unterschenkel meistens nach außen. Das passiert überwiegend traumatisch, kann aber auch spontan auftreten. Frauen sind hier stärker betroffen als Männer.

Risikofaktoren für eine Patellaluxation sind u.a. X-Beine, muskuläres Ungleichgewicht der Oberschenkelmuskulatur, verkürzte Unterschenkelmuskulatur und eine angeborene Patella-Dysplasie.

Bakerzyste

Wenn in der Kniekehle eine schmerzhafte Schwellung spürt, spricht man von einer Bakerzyste. Verschiedene Knieverletzungen führen dazu, dass im Knie vermehrt Gelenkflüssigkeit produziert wird. Irgendwann ist der Druck auf die Gelenkkapsel so hoch, dass die Kapsel nachgibt und sich ausstülpt. Erfahrungsgemäß sind es Meniskusverletzungen und Arthrose, die eine vermehrte Produktion von Gelenkflüssigkeit initiieren.

Entstehungsursachen  

  • Überlastung
  • Einseitige Bewegungsmuster und Fehlhaltungen (O-Bein und X-Bein)
  • Degenerative Prozesse
  • Stürze
  • Arbeits- oder Sportunfälle  

Weitere Entstehungsursachen

Weitere wichtige Faktoren für Knieprobleme sind Bewegungsmangel und einseitige Bewegungsroutinen. Knieschmerzen aufgrund einer sitzenden Tätigkeit gewinnen immer mehr an Bedeutung. Dabei werden verschiedene Muskelgruppen des Oberschenkels, der Hüfte und des Unterschenkels nicht ausreichend bewegt und verspannen sich oder verkümmern geradezu. X- und O-Beine sind häufig die Folge von diesen Prozessen. Durch die einseitigen Fehlbelastungen und insbesondere dem häufigen Sitzen stellt sich der Körper auf diese Dauerbelastungen ein, indem sich die Muskulatur den dauerhaften Belastungen bzw. Entlastungen anpasst, indem sich die Unterschenkel- als auch die Oberschenkelmuskulatur verkürzt und bei Streck- und Beugebewegungen das Knie extrem unter Druck kommt. Als Folge von permanenten Druckverhältnissen im Knie kann es zu Fehlhaltungen, Meniskusdegeneration, Arthrose als auch einem Defizit in der Streckung als auch der Beugung kommen.

Diagnoseverfahren

  • Anamnese
  • Körperliche Untersuchung
  • Röntgen, CT
  • MRT

Allgemeine Therapieformen

  •  Physiotherapie
  • Übungen
  • Schmerzmittel
  • Manuelle Therapie
  • Osteopathie
  • Operationen (Bandrekonstruktionen, Kniespiegelungen, Meniskusteilentfernungen, Kniegelenksersatz)

Was schlägt Liebscher und Bracht vor, um Knieschmerzen effektiv vorzubeugen und dauerhaft zu beseitigen?

Hier steht die Mobilisation des Knies zur Druckentlastung im Vordergrund. Außerdem werden schwache Muskelpartien gestärkt, um eine Harmonie der Bewegungen im Kniegelenk und eine optimale Haltestruktur der Muskulatur des Kniegelenks zu ermöglichen.