Rückenschmerzen

Rückenschmerzen

Was sind Rückenschmerzen?

Rückenschmerzen sind Schmerzen vom Nacken bis zum Gesäß, die in Arme und Beine ausstrahlen können. Rückenschmerzen zählen neben Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen zu den 3 häufigsten Krankheiten in Deutschland. In diesem Artikel erfahren Sie mehr über Ursachen und mögliche Behandlungsmethoden.

Zahlen – Daten – Fakten

  • Jeder 2. Deutsche leidet gelegentlich an Rückenschmerzen. (Statista, Jan. 2017)
  • Anteil der Befragten, die in den jeweiligen Körperregionen am häufigsten Schmerzen haben (Statista Jan. 2017)
  • Oberer Rücken: Frauen 28 %              Männer 18 %
  • Unterer Rücken: Frauen 63 %              Männer 55 %
  • Gesäß: Frauen 19 %              Männer: 15 %
  • Hüfte: Frauen 35 %              Männer: 27 %
  • 35 % der Deutschen gehen wegen Rückenschmerzen zum Heilpraktiker. (Statista Juli 2017)
  • 25 % aller Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen beruhen auf Rückenschmerzen (Statista Juli 2017)
  • Im Jahr 2018 nahmen rund 15,6 % der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahre mindestens 1 -2-mal pro Monat Schmerzmittel gegen Rückenschmerzen ein. (Statista)
  • Der Umsatz im Segment Schmerzmittel betrug 2019 etwa 500 Mio. Laut Prognose wird im Jahr 2023 ein Marktvolumen von 585 Mio. € erreicht sein. Dies entspricht einem jährlichen Umsatzwachstum von 4,0 %. Umgerechnet auf die Bevölkerungszahl wurden in diesem Markt im Jahr 2019 ca. 5,99 € pro Kopf umgesetzt.

Krankheitsbilder bei Rückenschmerzen

  • Lumbago – Hexenschuß
  • Ischialgie
  • Spinalkanalstenose
  • Bandscheibenvorfall
  • Facettensyndrom
  • Piriformis-Syndrom
  • ISG-Blockade
  • Wirbelgleiten
  • Wirbelkörperbrüche bei Osteoporose

Entstehungsursachen

  • Überlastung
  • Einseitige Bewegungsmuster und Fehlhaltungen
  • Degenerative Prozesse
  • Stürze
  • Arbeits- oder Sportunfälle

Weitere Entstehungsursachen

Weitere wichtige Faktoren für Rückenprobleme sind Bewegungsmangel und einseitige Bewegungsroutinen. Rückenschmerzen aufgrund einer sitzenden Tätigkeit gewinnen immer mehr an Bedeutung. Dabei werden verschiedene Muskelgruppen der Rücken- und Bauchregion nicht ausreichend bewegt und verspannen sich oder verkümmern geradezu, sodass es zu Fehlspannungen und auch zu Fehlhaltungen am Rücken kommt.

Bandscheibenvorfall

Eine Bandscheibe besteht aus einem Faserring und einem Bandscheibenkern. Wir haben 23 Bandscheiben, diese haben eine Pufferfunktion der Wirbelsäule und ermöglichen eine größtmögliche Beweglichkeit der Wirbelsäule in alle Richtungen. Sie ernähren sich ausschließlich durch Bewegung, indem sie Wechselwirkungen von Druck und Entlastung ausgesetzt sind. Wenn die Druckentlastung durch mangelnde Bewegung und permanenter Belastung nicht mehr stattfinden kann, sind die Bandscheiben permanent hohen Druckverhältnissen ausgesetzt, so dass zum Schluss die Ernährung nicht mehr stattfindet, und die Bandscheiben austrocken. Bei Belastung kann dann der Faserring einreißen und ein Teil des Bandscheibenkerns nach außen gelangen. Hier kann dieser, wenn er sehr groß ist, eine Nervenkompression ausüben. Die gute Nachricht ist, dass das in überwiegenden Fällen nicht der Fall ist.

Wenn eine Nervenkompression vorliegen sollte, kann sich das in einer Schwäche oder Lähmung des Großzehenhebers, des Fußhebers oder eines Cauda-Syndroms (Kontrollverlust über Stuhlgang und Wasserlassen) auswirken. Hier ist auf jeden Fall ein Arzt aufzusuchen bzgl. der Entscheidung, ob hier eine Operation notwendig ist oder nicht.

Viele Bandscheibenvorfälle entwickeln sich schleichend, erst als Bandscheibenvorwölbung und später als Vorfall. Ein Bandscheibenvorfall kann auch akut auftreten, z.B. typischerweise beim Heben schwerer Lasten vor dem Körper in vornübergebeugter Haltung.

Viele Bandscheibenvorfälle sind komplett symptomlos und sind reine Zufallsbefunde.

Diagnoseverfahren

  • Anamnese
  • Körperliche Untersuchung
  • MRT

Allgemeine Therapieformen

  • Physikalische Maßnahmen wie Wärmeanwendungen und Massagen, Streckbank
  • Übungen
  • Schmerzmittel
  • Manuelle Therapie
  • Osteopathie
  • Akupunktur
  • Bei Lähmungserscheinungen häufig die Operation

Chronisches Schmerzgeschehen und Lebensqualität

Es gibt Verhaltensweisen und innere Einstellungen, die begünstigen, dass aus einem akuten ein chronischer unspezifischer Rückenschmerz wird. Stress und Überforderung bis hin zur depressiven Verstimmung in den wichtigen Lebensbereichen Familie und Beruf führen häufig zur Chronifizierung der Beschwerden, also zum Übergang von vorübergehenden, akuten Schmerzen zum dauerhaften, chronischen Rückenschmerz.

Außerdem gehen erfahrungsgemäß die Schmerzen von Patienten, die aus ihrer Schonhaltung nicht herauskommen, eher in eine chronische Form über als bei Patienten, die sich aktiv mit ihren Bewegungsmöglichkeiten auseinandersetzen und gezielt in Bewegung hineinkommen. Diese erlangen auch deutlich schneller ihre Beweglichkeit wieder zurück.

Chronische Rückenschmerzen beeinträchtigen die Lebensqualität enorm. Sie können von der Stärke variieren, sind aber mehr oder weniger immer präsent.

Wussten Sie, dass Sie auch im Schlaf trainieren können?

Wenn Sie mit angezogenen Beinen in der Embryonalhaltung schlafen, dann entspricht das biomechanisch dem Sitzen und führt ohne entsprechenden Ausgleich zu Rückenschmerzen. Wenn Sie mit gestreckten Beinen oder in Bauchlage schlafen, trainieren Sie die ganze Nacht.

Wussten Sie, dass wir bei der Geburt eine 100 % Beweglichkeit aller Gelenke angelegt haben?

Leider verlieren die meisten Menschen im Laufe ihres Lebens ca. 90 % ihrer Beweglichkeit. Diese Tatsache begünstigt die Schmerzentstehung. Rückenschmerzen sind seit Jahren die Volkskrankheit Nr. 1.

Wussten Sie, dass jeder Mensch 24 Stunden trainiert?

Die Struktur der Muskulatur macht die Funktion unserer Muskeln aus. Und die Struktur sind unsere Gewohnheiten, an der sich der Körper ausrichtet. Verbessern Sie Ihr Training.

Wussten Sie, dass unser Gehirn die Software unserer Bewegung ist?

In der Kindheit bilden sich unsere Bewegungsprogramme aus. Das macht aus, dass wir laufen lernen. Diese Programme werden in den Motorischen Zentren abgelegt.

Schmerztherapie nach Liebscher & Bracht

Ohne Medikamente und Operation schmerzfrei leben – das ist das Ziel der Schmerztherapie nach Liebscher und Bracht.

Der Liebscher und Bracht-Ansatz: Schmerzen des Bewegungsapparates reduzieren und dauerhaft beseitigen

Der Ansatz ist, dass erfahrungsgemäß über 90 % aller Rücken- und Gelenkbeschwerden durch einseitige nicht ausgeglichene Fehlbelastungen kommen. Das sind insbesondere stundenlanges Arbeiten am PC, häufiges Sitzen und Schlafen mit angezogenen Knien.  Hierdurch entstehen Verspannungen im Gesäßbereich und eine Verkürzung des Hüftbeugers, die im alltäglichen Leben nicht ausgeglichen werden. Eine Schonhaltung aufgrund der Schmerzen setzt direkt ein. Wenn man hier nicht bewusst gegensteuert, baut sich diese Schonhaltung immer mehr auf. Die Folge davon sind Bewegungseinschränkung in der Vornüberbeugung, der Überdehenung nach Hinten und in der seitlichen Drehung.

Stress und fehlender Ausgleich dessen spielen in dem Bereich eine große Rolle. Hier sollte man auf jeden Fall versuchen, Stress abzubauen, um den Spannungszustand des gesamten Körpers regelmäßig herunterzufahren.

Im ersten Schritt versucht man gemeinsam herauszufinden, wie es zu einer solchen Fehlhaltung kommen konnte. Hierbei werden zu Dokumentationszwecken Fotos der Beweglichkeit vor und nach einer Coaching-Sitzung durchgeführt.

Nach einer gründlichen Anamnese zur Entstehung der Schmerzen und Dokumentation der Beweglichkeit und Schmerzgrenzen werden bestimmte Druckpunkte gedrückt, um die Muskulatur in dem Bereich zu entspannen.

Jetzt werden die entsprechenden Übungen gemeinsam geübt. Diese sollten ca.  6-7 Wochen 2x tgl. wiederholt werden sollten, um diesen Zustand der Entspannung dauerhaft zu erhalten. Danach sind nach Besserung der Beschwerden die Übungen weiterhin regelmäßig, aber nur noch 1x tgl. durchzuführen.

Übungen zur Selbsthilfe für Zuhause